Thesen für das Erziehungskonzept einer Christlichen Ganztagsschule
(Überarbeitete Fassung)
März 2006
1.
Nicht jedes seelische Bedürfnis ist wirklich eins. Die Bedürfnisse nach Liebe, Orientierung und Sicherheit sind die elementare Grundlage aller anderen. Im Vergleich zu den "Bedürfnissen" nach Konsum, Spaß und "Action" haben sie kaum eine Lobby. Wir wollen das für sie sein.
Es herrscht in der Gesellschaft eine weitgehende Einigkeit über den Mangel an Werten, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Das wird wieder und wieder beklagt. Diese Marktgesellschaft glaubt, das Problem lösen zu können, indem sie Kinder und Schüler quasi als Kunden betrachtet, denen sie etwas Besonderes bieten muß, um sie zu "gewinnen". Insofern plädieren die Verantwortlichen dafür, die "Bedürfnisse" von Kindern und Jugendlichen immer besser zu befriedigen. Da sie, "jugendorientiert" wie sie sind, aber nur nach den Bedürfnissen sehen, deren Befriedigung die Kinder und Jugendlichen aus ihrer substantiell beschädigten wert(e)losen Welt heraus selbst so einfordern, läuft das auf die Befriedigung nicht innerer, sondern oberflächlicher, konsumorientierter Bedürfnisse hinaus. Das ist ein Irrweg, der die Probleme nicht löst, sondern verschärft. Wir bewegen uns pädagogisch in dieser Gesellschaft zwar immer schneller, aber im Kreis auf niederem Niveau. Das nötige spiralförmige Aufsteigen ist dadurch nicht möglich.
2.
"Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser." Dieses Prinzip muß im Kleinen gelten, auch bei der Erziehung. Im Großen und Ganzen, bei der grundsätzlichen Gestaltung von Beziehungen in einer Familie oder Schule muß es aber genau umgedreht sein: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser. In der Beziehung zu Gott ist dies das einzig mögliche Prinzip.
Es gibt eine große Sehnsucht nach Sicherheit und Eindeutigkeit hinsichtlich innerer, lebenstragender Werte bei Kindern, Eltern und Lehrern. Menschen wollen vertrauen. Was als große Leistung der Moderne daher kommt, daß jeder nur das glaubt, was er selbst ausführlich in Frage gestellt und rational allseitig daraufhin überprüft hat, ob es ihm selbst auch ja genug nutzt, macht Kinder unsicher, ängstlich und hyperaktiv, weil die Unzufriedenheit und Unsicherheit in der Tiefe bleiben. So entsteht eine Kultur des ewigen Redens, Begründens und Überzeugens. Ein Kind will sich aber auf die Stärke seiner Eltern und Lehrer verlassen können so wie ein reifer Mensch auf die Stärke seines Glaubens an das Leben und die Liebe, wofür Christen auch "Gott" sagen. Wir alle brauchen diesen Rückhalt. Fragen und Diskussionen sind gut, aber sie brauchen die Grundlage des Vertrauens zu etwas Stärkerem. Die Gleichmacherei, daß Eltern und Lehrer Kindern nicht mehr zu sagen haben als umgedreht, raubt beiden die Sicherheit ihrer sozialen Position. Ein Kind kann nur dann unbesorgt spielen, wenn es keine Verantwortung tragen und nicht führen muß. Eltern und Lehrer können nur dann gut erziehen und lehren, wenn sie führen dürfen und sollen.
3.
Wir können nicht alles auf einmal schaffen: Der Herzschlag des Lebens pulsiert zwischen Anspannung und Entspannung, Kämpfen und Loslassen, Vergewisserung und Erkundung. Gehorchen gibt Rückhalt, das ist die Grundlage für den Eigensinn.
Das ganze Leben, einschließlich der Entwicklung menschlicher Persönlichkeiten besteht in einem rhythmischen Pulsieren zwischen sichernder Vergewisserung und erprobender Entfaltung. Der christliche Glaube ermöglicht beides auf eine natürliche Weise. Der Rückhalt bei Jesus Christus bahnt gut vor, daß Kinder ihren Rückhalt bei ihren Eltern und Lehrern brauchen, wenn sie mutig in die Welt gehen wollen. Das ehrliche Folgen- und Gehorchen-Wollen wird durch den christlichen Glauben an einen Gott und seine menschliche Erscheinung in Jesus Christus geadelt; der Makel einer Sklavenmentalität der in der westlichen Kultur direkt mit Gehorchen und Folgen verbunden ist, kehrt sich so um in den Ausdruck besonderer menschlicher Würde und Reife. Genauso sollen Kinder und Schüler ihren Eltern und Lehrern gehorchen wollen, wobei die Letzteren genau wissen, daß das nicht immer gelingen kann. Aber dieser Anspruch muß erst einmal als primäre moralische Leitlinie an das Verhalten von minderjährigen Kindern und Schülern gestellt werden dürfen. Eine Regel muß erst einmal sicher sein, bevor es gute Ausnahmen geben kann.
4.
Jede Ausnahme braucht eine Regel, damit sie der Entwicklung weiterhilft. Jede kreative Abweichung braucht das Normal-Gewöhnliche, jede Nebenstraße die Hauptstraße und jede persönliche Kultur braucht eine Leitkultur. Für uns ist dies der christliche Glaube.
Unsere gesellschaftliche Realität ist dadurch bestimmt, daß die "kreative" Ausnahme die Regel geworden ist. Als Massenerscheinung kann sie aber von Haus nicht mehr kreativ sein. Diese Gesellschaft krankt auf existentielle Weise daran, daß solche grundlegenden Ansprüche und Verhaltenserwartungen wie daß Kinder ihren Eltern zu gehorchen haben nicht mehr selbstverständlich sind. Alles geht, auch das Gegenteil macht sich gut, erscheint sogar moralisch besser. Deswegen ist es für die Vorreiter dieser Bewegung schicker, homo- als heterosexuell zu sein, das Fremde höher zu schätzen als das Eigene und Kindern lieber zu folgen als sie zu führen. Überall heißt es z.B. "Kinder haben Rechte!", aber keiner sagt, daß sie auch Pflichten haben und welche Pflichten das sind. Die Klarheit und Sicherheit, was die alltägliche Grundlage des Lebens ist, von der sich das Besondere dann bereichernd abheben kann, ist verloren gegangen.
5.
Der Geist braucht die Macht. Einzelne didaktische Erneuerungen nutzen gar nichts, wenn der Erziehung nicht grundsätzlich aufgeholfen wird. Und Erziehung ist ihrem Wesen nach eine hierarchische Mensch-Mensch-Beziehung mit dem Ziel, möglichst oft und möglichst bald auf die Hierarchie – in ihrer menschlichen Dimension - verzichten zu können. (Damit dies unter Menschen gelingen kann, müssen sie sich der – zumindest in diesem Leben - fortbestehenden Hierarchie Gott-Mensch bewußt bleiben bzw. werden.)
Die Christliche Schule, die wir uns vorstellen, begegnet den in den Thesen zuvor beschriebenen Mängeln und Problemen nicht etwa durch einzelne Unterrichtsinhalte und Methoden, sondern grundsätzlich vom System ihrer pädagogischen Organisation her. Nur durch die Orientierung auf ein Gesamtsystem von führender Erziehung ist es möglich, einfühlsamen psychologischen Langmut bzw. eine ebensolche Geduld auf die Fälle zu konzentrieren, wo sie wirklich nötig sind. Unsere pädagogische Konzeption verbindet Großmut und Verständnis mit Stärke und Sicherheit. Die Klugen – also die Lehrer, Eltern und guten Schüler ("Fachmeister", siehe These 17.) - haben die Macht und können sie auch durchsetzen. Die gesellschaftliche Realität in unserer Gesellschaft ist, daß die Frechheit, Rohheit und Brutalität der Unkultivierten, der sozial und moralisch "Dummen", längst gesiegt haben.
6.
Die Haupterklärung für die massiven Bildungsprobleme dieser Gesellschaft ist so einfach, daß sie intellektuelle "Feingeister" nicht sehen können oder wollen: Die jahrzehntelange Entwertung der Disziplin und des Führungsanspruchs der Erziehenden, sie durchzusetzen.
Viele Lehrer und Eltern haben resigniert. Der Hauptgrund für Bildungsprobleme ist, daß die Mehrheit der Schüler in den nichtgymnasialen Mittelschulen in der meisten Unterrichtszeit unaufmerksam und undiszipliniert ist. Wie bei Kindern, die nicht essen wollen, wird es in dieser Gesellschaft für pädagogisch gehalten, die Speise immer süßer und bunter anzurichten, anstatt die Kinder durch wohlwollende Führung, die sich nicht zu voreiligen und einzelnen Konsumleistungen erpressen läßt, zu befähigen, die "gesunde Naturkost" des Lebens wertzuschätzen. Die Werte des Christentums hängen nicht von Zeitmoden ab, sondern sind "gesunde Naturkost" im besten übertragenen Sinn dieses Wortes.
7.
Freiheit ist nur möglich auf der Grundlage von Ordnung. Große Freiheit braucht eine "großkarierte" Ordnung – so wenig Leitlinien und Kontrolle wie möglich, nur so viel wie nötig –, kleine Freiheiten aufgrund mangelnden Vertrauens brauchen kleinkarierte Ordnungen. Diese Kleinlichkeit hat die Sicherheit sozialer Positionen generell in Mißkredit gebracht.
Wir sind nicht einfach nur wertkonservativ und konsequent bei der Erziehung, sondern auf dieser Grundlage genauso progressiv, treten für die Anwendung und das Erproben von neuen Unterrichtsformen ein wie das selbständige und schöpferische Lernen in kleinen Gruppen, Freiarbeit und Projektlernen. Genau genommen ist die schöpferische didaktische Weiterentwicklung überhaupt nur auf der Grundlage wertkonservativer pädagogischer Sicherheit im Kernbereich menschlicher Beziehung – gegenseitiger Respekt und gegenseitige Achtung (Kopfnote: Betragen) – möglich. Freies, Offenes und Schöpferisches kommt im Sinne der These 3. nur dann gut zur Geltung, wenn die Grundlage dafür Phasen anstrengender "Kerrnerarbeit" und Pflichterfüllung sind.
8.
Beides richtig und nicht nur lau und halb: Das aufmerksame Folgen, Hören sowie Verstehen und das eigenwillige Anwenden, Ausprobieren sowie kreative Umgestalten.
Ich stelle mir z.B. 5 – 30minütige "Vorlesungen" – je nach Klassenstufe (1 – 8) oder Situation - für Gruppen von 50 Schülern vor (in den Siegerländern internationaler Leistungsvergleiche Japan und Südkorea übliche Klassengröße), wo absolute Aufmerksamkeit zu herrschen hat, wo genau zugehört, mitgeschrieben und Vorgetragenes oder –Gemachtes aufgenommen werden muß. Nach der frontalen, komprimierten Darbietung wird das Vermittelte dann ohne Zeitdruck in Kleingruppen von je 10 Schülern auf individuelle Weise entfaltet und angewendet. Die Schüler werden das schätzen lernen, weil sie genau wissen, daß bald wieder eine Phase der konzentrierten Anspannung kommen wird, die sie um so besser bewältigen können, je besser sie gelernt haben, ihre Freiheit effektiv zu nutzen. Und sie werden die Konzentrationsphasen gut meistern, weil sie wissen, daß sie kurz sind und ihnen die Substanz für eine zwar spielerisch-lockere aber – schließlich dann doch noch – qualitativ hochwertige Entfaltung, Erprobung und Entdeckung liefern.
9.
Ohne Diagnose keine Therapie. Wir können uns ehrliche Diagnosen leisten, weil wir uns unserer Wertschätzung durch Gott und durch uns selber sicher sind.
Am Ende jeder Woche gibt es Leistungskontrollen, deren Ergebnisse veröffentlicht werden. Es ist absolut keine Schande, schlecht zu sein, wenn sich Schüler bemüht haben, aber alle sollen ihre Stärken und Schwächen kennen, damit sie stolz sein können und selbstbewußt, d.h. sich auch ihrer eigenen Schwächen bewußt (Mut zum Ganzen [MzG]: S. 287ff.). So kann sich Hilfe zwischen den Schülern von beiden Seiten aus ergeben. Unsere Gemeinschaft wird sich diese Offenheit leisten können, weil auf christlicher Grundlage der gegenseitige Respekt und das gegenseitige Wohlwollen ihre obersten Prinzipien sind. Andererseits stärken sich diese Lebensprizipien nur, wenn sie praktisch angefragt und gefordert sind. Ihre lebenspraktische Basis erhalten hohe moralische Werte nur im aktiven Durchleben und Lösen von Krisen und Konflikten.
10.
Zetern ohne Strafe ist viel schlechter als eine logische Strafe ohne Zetern. Im Leben sind die Folgen des Fehlers entscheidend, bei Gott und in unserer Schule ist das Motiv des Fehlers entscheidend, unabhängig von seiner Folge. Es gibt Fehler, die aus dem besten Willen und Bemühen heraus geschehen. Ihr Verursacher braucht Trost und keine Strafe.
Disziplinlosigkeiten, mangelndes Bemühen und schlechte Ergebnisse in Leistungskontrollen, die sich daraus ergeben, sind kein Grund für pädagogische Aufgeregtheiten, ewige Gesprächsrunden mit und ohne Eltern, sondern werden mit ruhiger Konsequenz sozusagen "naturgesetzlich" geahndet. Die prompte und konsequente aber trotzdem wohlwollende Zurückweisung von Fehlverhalten gehört zum Leben wie die Fehler und Irrtümer selbst. Strafen in diesem Sinne sind daher kein Grund zur Aufregung, sondern führen zur Erfahrung, daß sich Fehler, insbesondere wenn sie aus Faulheit und Eigennutz geschehen, nicht lohnen, sondern (sowieso) sofort korrigiert werden müssen und können. Was nicht erledigt wurde, muß in verlängerter Form erst recht gemacht werden. Ganz anders ist die Sachlage, wenn ein Schüler trotz Bemühens etwas nicht verstanden hat. Dann wird ihm mit stoischer Geduld geholfen, ohne daß er mehr zu machen hat, als unbedingt nötig ist. Hier helfen sich die Schüler gegenseitig nicht nur privat unverbindlich, sondern in erster Linie auf der Grundlage des Fachmeistersystems (MzG, S. 285).
11.
Die Schuld bei anderen zu suchen, können Menschen von allein, darin müssen sie nicht erst noch bestärkt werden. Zum Gegenteil zu befähigen – erst den Balken im eigenen Auge zu erkennen –, macht einen Kern jeder moralischen Erziehung aus.
Führt ein Fehlverhalten zu ernsteren Beeinträchtigungen des Wohlergehens der Mitschüler oder Lehrer und wird es trotz freundlicher und schließlich strenger Ermahnung nicht eingestellt, "fliegt" ein solcher Schüler ohne den "Heckmeck" ellenlanger Agitation und Diskussion "raus". Er erhält in einem separaten Raum Gelegenheit, mit Hilfe eines psychologisch geschulten Pädagogen sich der Eigenanteile seines störenden Verhaltens bewußt zu werden und diese in einer ansprechenden schriftlichen – eventuell auch bildgestalterischen – Form zu beschreiben sowie einen Plan für ihre kurz-, mittel- und langfristige Behebung zu erstellen. Ist dies gut geschehen, darf und soll er auch Vorschläge zur Verbesserung des Verhaltens seiner Mitschüler oder des betreffenden Lehrers machen. Falls er durch das Ausscheiden aus dem Unterricht etwas versäumt hat, muß er dies außerdem nachholen.
12.
Nur wer als "Seele", als Person dazu gehört und sich akzeptiert weiß, kann die Zurückweisung einer einzelnen seiner vielen Verhaltensweisen als konstruktiv und hilfreich erleben, vor allem wenn sein Widerspruch bis zum gründlichen Nachweis seines Unberechtigtseins Ernst genommen wird.
Strafen wirken nur, wenn die Schüler sich grundsätzlich mit ihrer Schule identifizieren und z.B. stolz die Schulkleidung tragen, weil sie selbst an der Leitung der Schule und der Gestaltung der Bildungs- und Erziehungsprozesse verantwortlich beteiligt sind (z.B. im Schulgericht). Jedem Schüler steht es frei, das Schulgericht anzurufen, dem paritätisch „Freie Schüler“ (MzG, S. 260f.) angehören, wenn er sich zu Unrecht bestraft fühlt. Allerdings muß er in seinem Antrag genau schriftlich begründen, warum er dies so sieht und worin seiner Meinung nach wirklich sein eigener Schuldanteil besteht. Er kann und muß sich dazu mit einem "Anwalt" seiner Wahl – "Freier Schüler" oder Pädagoge, der sein Vertrauen genießt – beraten. Dadurch wird die in 11. beschriebene bereits erfolgte Auseinandersetzung mit den eigenen Anteilen am Entstehen von Konflikten auf jeden Fall, egal wie das "Verfahren" ausgeht, vertieft, und alle Beteiligten können daraus lernen, zumal das Schulgericht in der Regel öffentlich tagt (Konflikte gehören zum Leben, wir fechten sie zusammen offen aus).
13.
Ein guter Charakter entsteht primär nicht aus guten Reden, sondern aus gutem Handeln. Dessen moralische Grundlage ist das Immer-wieder-Ausführen praktischer Formen des respektvollen Umgangs miteinander. Die Seele braucht die körperliche Form. Dann wirken auch die passenden Reden gut.
Vor der Korrektur kommt der Aufbau und die Formung des gewünschten Verhaltens. Sein Kern ist die Befähigung zu ehrlichen und intensiven Seele-Seele-Beziehungen, also zur Mitmenschlichkeit, aber auch zur Beziehung mit Gott. Durch ein System praktischer Umgangsformen wird diese solidarische Beziehungsfähigkeit von vornherein stabilisiert und körperlich gestützt. Die praktischen Formen der Rhythmisierung des Zeitverlaufs sind wichtig, z.B. Aufstehen zum Begrüßen und Verabschieden bei Stundenbeginn und Stundenende. Morgenkreise, wo jeder einmal mit Reden dran ist und sich dazu in die Mitte des Kreises setzt. Stellung nehmen – mit gelassener Würde - auch im körperlichen Sinn bei Lehrerfragen, die länger zu beantworten sind oder bei der wöchentlichen Auswertung des Geleisteten. Deutlich zugewandtes Beugen des Kopfes beim Grüßen usw. Praktische Gesten und Verhaltensweisen, die das soziale Verhalten schon in Gruppen höherer Säugetiere stabilisieren, wurden in der deutschen Schule aus falsch verstandener Demokratisierung abgeschafft und machen allen Beteiligten das Leben nun unnötig schwer.
14.
Echte und tiefe Gefühle, besonders die der Liebe und des Geliebtwerdens, sind verletzlich und scheu. Sie bedürfen des Schutzes durch die (Umgangs)Form und durch Humor. Sie sind zu wertvoll, als daß sie sich dem Alltag sozusagen "nackt" – direkt und ernst – ausliefern können.
Innere Werte brauchen äußerliche Rituale, je jünger Menschen sind, desto mehr. (Das "Gesetz" des Alten Testaments galt sozusagen in der "Kindheit" der Menschheit, sagt Lessing in seinem Essay zur Erziehung des Menschengeschlecht.) Das war zu allen Zeiten so, und die Gesellschaft westlicher Aufklärung und Demokratie wird das begreifen müssen, wenn sie nicht rettungslos gegenüber asiatischen Kulturen im Weltwirtschaftswettbewerb zurückfallen will. Rituale und Umgangsformen werden in unserer Schule aber mit Würde, Spaß und ab und an vielleicht auch mit ein wenig neckischer Übertreibung gehandhabt werden. (Wir machen das Notwendige freiwillig, weil es sowieso kommt, aber aus eigenem Antrieb, humorvoll und freundlich. Die Fähigkeit, freiwillig auf eine gute Art wehmütig zu sein, ist in bezug auf die Traurigkeit das Gleiche. Es erspart uns, Pflichten als Knechtschaft und Traurigkeit als Depression zu erleben.) Das geht, weil sicher ist, daß wir geliebt werden und deswegen lieben können, uns zumindest mögen, Ver-ständnis füreinander haben und bei aller nötigen Kritik und Konsequenz gegenseitiges Wohlwollen immer die Grundlage der Beziehung bleibt.
15.
Wer lieben, arbeiten und lernen kann, kann auch feiern.
Neben dem Lernen, Arbeiten und Spielen wird die Gestaltung von Feiern – mit und ohne christliche Grundlage - in unserer Schule insgesamt einen großen Raum einnehmen (vgl. auch das Jenaplankonzept).
16.
Erst die intensive, verbindliche Auseinandersetzung mit Inhalten und Gedanken "ordentlich" nacheinander – nicht alles unverbindlich auf einmal – befähigt wirklich zur eigenen freien Entscheidung.
Die Schule könnte "Paulus-Schule" heißen als Symbol dafür, wie Menschen sich hin zu einer intensiven Christlichkeit verändern können. Eltern und Schüler müssen nicht christlich sein, aber sehr wohl bereit, sich auf eine verbindliche Form christlichen Glaubens einzulassen. In der Schule werden z.B. die Zehn Gebote und das Vater Unser deutlich präsent sichtbar sein. Dahinter steckt der Gedanke, daß man die Welt nicht verstehen lernt, wenn man sich alles immer nur unverbindlich mal von Weitem anguckt wie beim Schlendern durch die endlosen Reihen eines großen Supermarkts. Nein, die Schüler sollen die christliche, biblisch begründete Lebensform intensiv er-proben, um dann mit 16 Jahren – bzw. später bei einer Erweiterung auf die Sekundarstufe 2 mit 18 Jahren – zu entscheiden, ob sie dabei bleiben wollen oder nicht. Jeder Schüler wird sich einen Paulusbrief aussuchen, den er im Laufe der Schuljahre auswendig lernt. In diesem langen Zeitraum beschäftigt er sich kontinuierlich mit seinen Hintergründen und persönlichen Bezügen. Das dient dann am Ende der Schulzeit zugleich als Grundlage von Andachten, die von den Schülern selbständig gehalten werden. (Exemplarisches Lernen: Lieber weniger, aber das tief, genau und auf eigene Weise echt)
17.
Ein Geflecht von drei überschaubar wechselnden Beziehungsanordnungen ermöglicht eine Vielzahl intensiver Seele-Seele-Kontakte und damit nicht nur besonders effektives soziales Lernen, sondern es trägt durch den systematischen Wechsel der sozialen Anknüpfungspunkte schon im direkten Unterricht auch zu einem intensiven geistigen Lernen bei.
Wir beginnen mit den Jahrgangsstufen von der 1. bis zur 8. Klasse. Die Schüler werden dreifach strukturiert und organisiert:
18.
Das Angebot, das durch die Pädagogen gegeben wird, muß eindeutig christlich im biblischen Sinn sein; die nehmenden Schüler und Eltern müssen nur offen und bereit sein, sich verbindlich darauf einzulassen.
Wenige festangestellte Lehrer – vielleicht drei bis vier – beginnen die Arbeit zunächst mit einem deutlich reduzierten Gehalt. Den weiteren Unterricht übernehmen freie Kräfte aus den christlichen Gemeinden, die die Schule gründen. Der Direktor stellt diese Kräfte auf Honorarbasis ein. Festangestellte Lehrer müssen von einem Beirat der beteiligten Gemeinden und später vom Aufsichtsrat der Schule bestätigt werden.
In aller Bescheidenheit verweise ich hinsichtlich der pädagogisch-didaktischen Konzeption auf mein Buch "Mut zum Ganzen: Ordnung und Freiheit. Leipzig 1998". Der Schulkonzeption, die ich dort im Groben umreiße, fehlt allerdings die christliche Grundlage noch völlig.
Eine Chance für das Leben und den Glauben
Oktober 2005
Gibt es nicht genug Schulen? Müssen Schulen nicht schließen, weil ihnen die Schüler ausgehen? Ja! Und trotzdem wollen wir eine neue Schule in Leipzig oder Markleeberg gründen.
Jesus Christus ist ein großer Beziehungsstifter. Zuerst will er die Gemeinschaft von Gott und den Menschen herstellen. Das ist sozusagen eine senkrechte Beziehung von oben nach unten und umgedreht. Das gelingt aber nur, wenn Menschen Beziehungen, sozusagen waagerechter Art zueinander gestalten. (Vielleicht ist das Kreuz ein gutes Symbol für diese beiden Beziehungsarten.) Gemeinschaften und Gemeinschaftlichkeit liegen in Deutschland am Boden. Das ist der Hauptgrund für die Krise in diesem Land. Naive Weltverbesserer – auch die, die Schulgründer wurden – glauben, Gemeinschaftlichkeit ohne Führung herstellen zu können. Hierarchien sind ihnen das Schlimmste. Sie glauben im Ernst, Menschlichkeit und Freiheit sind ohne Führung möglich. Das Ergebnis sind Schulen, denen beides fehlt: Freiheit, Offenheit und Menschlichkeit auf der einen Seite und Sicherheit, Disziplin und Ordnung auf der anderen.
Führung darf für sie nur in fachlicher Hinsicht sein und so tobt sie sich in gescheiterten Gemeinschaften von Lehrern und Schülern als Leistungsdruck aus. Er ist zum Ersatzdisziplinarmittel der öffentlichen deutschen Schule der Gegenwart geworden. Führung in erzieherischer Hinsicht ist tabu. Da sollen geduldige Gespräche "auf Augenhöhe" reichen, wieder und wieder, als ob sich ein Mensch, zumal ein junger, jemals von dem nachhaltig und wirksam beeindrucken läßt, der nicht stärker, mutiger oder klüger ist als er selbst. Freie alternative Schulen, die es schon gibt, lösen nur die eine Seite dieses Dilemmas: Sie schaffen Leistungsdruck als Ersatzdisziplinarmittel ab und dann – glauben ihre Vertreter – könnte der befreite Schüler durch pädagogische Einfühlsamkeit und Freiheit von allein Einfühlsamkeit und Freiheit lernen.
Allein: Menschen sind nicht so. Seit Adam und Evas Ungehorsam im Paradies wissen wir – oder besser – könnten wir es wissen: Sie sind gut und böse, klug und dumm. Eigentlich bräuchten sie Führung, sogar die Großen und (scheinbar) Immer-Klugen. So direkt bekommen sie sie aber nicht mehr von Gott. Das haben sie sich vermasselt, sie wollten ja selbst allwissend sein. Jetzt müssen sie die Führung im Gebet mühsam suchen, und sicher gehört das auch zu Gottes großem Plan.
Aber deswegen müssen wir Menschen unsere Kinder ja nicht auch allein den rechten Weg finden lassen. In dieser Hinsicht ist die Beziehung Gott-Mensch nicht mit der Beziehung zwischen Eltern und Kindern zu vergleichen. Eltern und Lehrer brauchen den Mut, ihre Kinder direkt zu erziehen. Logischer Weise können sie untereinander, von Mensch zu Mensch, zumal, wenn der eine die Verantwortung für den anderen trägt, nicht sein wie Gott zu den Menschen, obwohl Eltern und Lehrer in gewisser Hinsicht für ihre minderjährigen Kinder, zumindest für die vor der Pubertät, die irdischen Vertreter Gottes sind. Verantwortliche, reife Menschen sollen junge, wenn diese noch kindlich sind, möglichst eindeutig führen. Christen können das auf der Grundlage der klaren Werte der Bibel. (Führung ist mehr, viel positiver, als negativ nur "Grenzen zu setzen".)
Gut erzogene Kinder sind gut lernende Kinder. Die Probleme der deutschen Schule haben viel weniger mit komplizierten Lehrplanfragen und einer "unmodernen" Didaktik zu tun, die es nicht schafft, sich wenigstens scheinbar alle drei Jahre selbst zu überholen oder mit fehlenden Computern als mit peinlichen Erziehungsdefiziten, über die sich folgende Generationen nur werden wundern können: "Wie konntet ihr das nur zulassen, diese totale Respektlosigkeit gegenüber allem Alten und den Alten?" Ja, wie konnten wir nur? Wir wollen nicht mit klugen Reden gegensteuern, sondern mit einem praktischen Beispiel, wie Erwachsene und Kinder eine Schulgemeinschaft schaffen, die auf einer klaren, verbindlichen Wertegrundlage, der Bibel, beruht, in der jeder die Rechte hat, die ihm zustehen, in der es gute "Leitungen" gibt wie die zwischen Gott und den Menschen, die Jesus Christus zum Fließen gebracht hat.
Der Mut zur Über- und Unterordnung in unserer Schule, zum Steigen und Sinken wird helfen, die Gemeinschaft zusammenzuhalten, weil die Führung gerecht ist und die Hierarchien offen sind und jeder steigen kann, der die charakterlichen Voraussetzungen und Fähigkeiten dazu hat. (Und selbst der Direktor ordnet sich unter, wenn es um die konkrete Gestaltung einer "schrägen" Schuldisko geht.) Der renommierte Jugendforscher Prof. Hurrelmann hat 1999 mein Buch rezensiert. Er fand meine Thesen mutig abwegig – ich wollte noch nie auf den ausgetretenen Wegen des Zeitgeistes wandeln –, aber doch des Nachdenkens wert. Neuerdings plädiert er dafür, Hierarchien bei der Erziehung nicht abzuschaffen, sondern zu öffnen und durchschaubar zu machen. Das wollen wir. So ist es auch zwischen Gott und den Menschen: Mut, Offenheit, Disziplin, Kreativität und Einfühlsamkeit, Eigenschaften, die halten, was sie versprechen, kommen dauerhaft und zuverlässig nicht "von der Seite", von uns Menschen selber, sondern von unserer Beziehung "nach oben", zu Gott.
Was Gründer und Lehrer der Paulus-Schule Königswartha für ihre Kinder / Schüler wollen
Februar 2009
Auch Schüler, die sich benehmen, können kreativ sein: Gerade die.
Evangelische Mittelschule für alle ab 2009
Redemanuskript des Schulleiters Dr. Ralf Hickethier für die 1. Elternversammlung am 03.02.09
(Nicht alles davon habe ich tatsächlich vorgetragen.)
Ich habe einen Traum:
„Zusammen schaffen wir das.“
Was wollen wir schaffen?
Eine besondere Schule, in der sich Ihre Kinder besonders gut entwickeln können.
Jetzt beginnen die letzten prägenden Jahre. Bis ca. 16 Jahre ist Erziehung im Sinne von Charakteraufbau möglich. Danach sind immer noch Veränderungen möglich. Ich z.B. bin jetzt 57 und versuche immer noch verzweifelt, mich selbst zu erziehen. Ich kämpfe gegen meine Lust, zu viel zu essen, gegen den Strom meiner Natur in dieser Hinsicht („Appetit“) und gegen den Strom jahrzehntelanger Gewohnheiten.
Bei Ihren Kindern können wir jetzt noch Gewohnheiten neu aufbauen; es ist viel leichter, etwas neu zu bilden, als etwas Verfestigtes wieder zu ändern und umzubiegen.
Es geht um den Lebenserfolg Ihrer Kinder. Es gab noch nie eine Zeit in der gesamten Menschheitsentwicklung, in der der Lebenserfolg so sehr von der eigenen Leistung, vom eigenen Willen abhing wie heute. Vor ein paar Jahrhunderten, musste man adlig sein, um Erfolg zu haben. Begabung und Fleiß nutzten wenig; richtig nach oben konnte man damit nicht kommen, wenn man nicht „hochwohlgeboren“ war. Dann im Kapitalismus war Geld nötig, um sich z.B. ein Studium leisten zu können; im Sozialismus musste man Arbeiter- und Bauernkind sein, um die besten Chancen zu haben. (Fairer Weise muss ich sagen, dass z.B. auch ich als Lehrerkind studieren konnte, obwohl meine Leistungen gerade so mit Mühe für die Erweiterte Oberschule, dem damaligen Gymnasium, reichten.)
Heute wird zwar in Deutschland unglaublich viel gejammert, auch darüber, dass die Geburt, der soziale Stand, für den Bildungserfolg entscheidend sei. Aber keiner hindert ein Kind einfacher Leute daran, in der Schule fleißig und diszipliniert zu lernen. Mit BAFÖG könnte jeder studieren, wenn er es nur wollte, auch ein Kind armer Eltern. Die Realität ist, dass das nicht wenige Kinder und ihre Eltern in Deutschland gar nicht wollen, dass sie glauben, das gar nicht nötig zu haben, weil sie auch ohne Bildungsabschluss immer über das neueste Handy und schicke Klamotten verfügen (wie auch immer ihnen das finanziell gelingt).
Das ist der ganz und gar verkehrte Weg. Wir sind uns einig, der kommt für uns gar nicht in Frage. Bildung ist entscheidend, nicht nur für materiellen Wohlstand, auch für das Glücklich- und Zufriedensein im Leben. Für mich z.B. ist Zeitreichtum noch wichtiger als Geldreichtum. Ich möchte so viel verdienen, dass ich nicht so viel arbeiten muss und noch viel Zeit für mich, für Geistiges, Kulturelles und den Sport übrig bleibt.
Das ist jetzt allerdings vorbei, aber ich mache als Schulleiter hier etwas, was ich machen will, was für mich passt. Dann ist es doch wieder Zeit für mich, obwohl ich mehr Zeit für meine Arbeit brauche. Was wir gern machen, machen wir gut. Diese Devise gilt auch für Ihre Kinder. Aber viele wissen gar nicht, dass sie etwas gern machen würden, wenn ihre Lehrer und Eltern nur den Mut hätten, sie konsequent dahin zu führen und nicht gleich bei jeder Unwilligkeit zurückzuschrecken würden. Da wäre dann der Spruch „Was wir gern machen, machen wir gut“, ganz und gar missverstanden, so wie das in den meisten Schulen der Gegenwart in Deutschland leider ist.
Meine drei Söhne z.B. haben gesehen: Der Papa ist oft zu Hause. Er verdient auch mit 30 Wochenstunden als Verkehrspsychologe so viel wie andere mit 40 Stunden und mehr. Insofern haben sie mir geglaubt, als ich ihnen erklärt habe: Ihr müsst Euch entscheiden: Wenn Ihr jetzt in der Schule faul sein wollt, Euren Spaß an die erste Stelle setzt, weil: „Man ist ja nur einmal jung“ - dann müsst Ihr dafür danach, nach der Schule ein Leben lang sehr fleißig sein. Ohne einen guten Schulabschluss verdient ihr maximal 10 Euro/Stunde, mit einem guten das Vielfache. Meine Söhne waren da schon 14, 15 als ich ihnen das so erklärt habe. Für 10, 11jährige Kinder wie Ihre ist das natürlich noch zu abstrakt, viel zu weit weg. Da müssen wir, die Eltern und Lehrer, dahinter stehen, den schwankenden kindlichen Willen stärken, Gewohnheiten anerziehen und Pflichtbewusstsein, Tugenden, die die Kinder von der Geißel der heutigen Zeit befreien, der heutigen Zeit wohlgemerkt in Deutschland – und die heißt: Lust. Es dreht sich alles um die Lust. Kinder lernen hier im Ernst, dass sie nur das zu machen brauchen, wozu sie Lust haben. Ich hab’ aber keine Lust mehr! Dann seid ihr dran, die Eltern und die Pädagogen: Ihr müsst mir neue Lust organisieren. Das war wirklich die Lebensphilosophie meines Pflegesohns, die er im Kinderheim und in den verschiedenen Schulen, die er besuchte, gelernt hat. Ich hab’ sie leider nicht mehr richtig aus seinem Kopf herausbekommen, denn natürlich merkt sich die Seele das besonders gut, was dem Trieb jedes Lebendigen, mit möglichst wenig Energieaufwand möglichst viel Lust zu erreichen, entgegenkommt. Das will sie sowieso. Diesen Impuls aus der Umwelt nimmt sie daher vollständig auf, verwertet ihn zu einhundert Prozent.
Das Gegenteil, du musst dich auch dann weiter bemühen, wenn vorläufig immer noch nicht die große Lustbefriedigung am Horizont auftaucht, lässt sich nur viel schwerer dauerhaft in der Seele verankern. Ich wünschte, meine Eltern wären da strenger gewesen, weil ich selbst oft auch zu stimmungsabhängig, zu labil bin. „Aber wenn mein Kind nun einmal keine Lust hat!?“ Aber wenn der Topf nun ein Loch hat, lieber Hans. Das ist eine Lebensstrategie des defensiven Hinterherlaufens hinter Stimmungen und Befindlichkeiten. Das können sich nur ganz reiche Leute leisten, die übersättigt sind. Wir sind hier in der „Ersten Welt“ reich und übersättigt, sogar dann, wenn wir Hartz 4 beziehen. Mit einer solchen Lebensmentalität kann man nur scheitern. Ich glaube wie Michael Winterhoff, dass auf diese Weise in Deutschland junge Generationen heranwachsen, die zum großen Teil den beruflichen Leistungsanforderungen gar nicht mehr gewachsen sind.
Über 40 Prozent der Asiaten schaffen in Deutschland das Abitur oder eine vergleichbare Schulleistung. Da sind sie entschieden besser als die Türken oder Araber mit 8 Prozent; sie sind sogar besser als die Deutschen bei sich selbst zu Hause. Raten Sie mal, an welcher Mentalität, an welcher Lebens- und Lernkultur das liegt. Ich habe eine Hochachtung vor der asiatischen Lernkultur, die im Übrigen stark durch das damalige deutsche Kaiserreich beeinflusst wurde, z.B. schon in bezug auf die Schuluniform der japanischen Kinder. Wir haben unsere Kultur längst vergessen. Gut, dass sie wenigstens in anderen Kulturen weiterlebt. Wahr ist wohl auch, es gibt in Japan, China, Südkorea zu viel Leistungsdruck. Aber ich denke, dass prozentual gesehen, mehr junge Menschen in Deutschland an der Schwäche und Unsicherheit ihrer Eltern und Lehrer scheitern, die sie in Alkoholismus, Drogen und Kriminalität abgleiten lassen, als dort Kinder an zu viel Leistungsorientierung. Das Ideal ist die Verbindung von Führung und Menschlichkeit, beides stark und intensiv, je nachdem, was angebracht ist – das werden wir an unserer Schule praktizieren. Führung, Disziplin und Tradition geben dem Leben eine Grundordnung und dadurch Sicherheit. Sie kann und muss mit Liebe „aufgefüllt“ werden und diese kommt dadurch erst in Form, nämlich in die einer menschlichen Kultur.
Wenn man keine Lust hat, ganz einfach, dann muss das Pflichtbewusstsein diese Durststrecke überbrücken. Erst daraus wachsen dann Spaß und Humor von einer edleren, höheren Qualität: Das ist keine oberflächliche, kurz aufflackernde Lust, die durch immer neue Attraktionen angefacht werden muss, sondern das sind Spaß und Zufriedenheit, die aus der Leistung entstehen, aus dem Durchhalten. Wenn Kinder tiefer in einen Stoff eindringen, der für sie erst einmal gar nicht attraktiv ist - z.B. ein Gedicht von Goethe, das heute die wenigsten 11-Jährigen vom Hocker haut - , wenn sie tiefer darin eindringen, einfach weil sie es müssen, weil das ihre Pflicht als Schüler ist, dann und nur dann haben sie die große Chance zu begreifen, wie interessant und aufregend dieses Gedicht in Wirklichkeit auch für sie ist.
Die Motivation kommt aus dem beginnenden Verstehen und nicht aus irgendwelchen oberflächlichen Attraktionen, und sie kommt auch aus der Anerkennung durch ihre Lehrer und Eltern: Super, du hast das durchgehalten, obwohl Goethe wirklich nicht so leicht ist oder obwohl die 1000 Meter wirklich nicht so leicht zu laufen sind.
Wir alle sind Beziehungsmenschen, wir alle wollen geliebt werden – ich z.B. jetzt auch von Ihnen, Ihre Ablehnung würde mich sehr traurig machen. Kinder sind noch viel mehr auf diese Liebe angewiesen und wenn sie sowieso geliebt werden, eine sichere Basisliebe bekommen, von den Eltern einfach dafür, dass es ihre Kinder sind und von den Lehrern einfach dafür, dass es ihre Schüler sind – wenn dieser Grundstock sicher ist, ist auch gar nichts Böses oder Schlimmes dabei, wenn sich die Kinder Zusatzliebe durch Leistung verdienen, wobei mir ein ehrliches, ausdauerndes Bemühen um Leistung reicht.
Es muss nicht klappen, es kann sein, dass sie etwas partout nicht verstehen oder können, aber das ehrliche Kämpfen darum verlange ich und erwarte ich. Und da sollten wir uns unbedingt einig sein, dass sollten auch Sie erwarten und verlangen. „Gib’ nicht auf! Du schaffst das!“ Die haltende Führung und Struktur wäre dann z.B.: „Du darfst dreimal eine Arbeitsgemeinschaft erproben, und es muss auch mindestens dreimal sein, danach musst du dich für ein halbes Jahr entscheiden. Du darfst dann nicht einfach mittendrin aussteigen.“ Wenn uns das allen klar ist und selbstverständlich wird, gibt uns das Sicherheit und Ruhe für unseren Schulbetrieb, wir sind nicht mehr Sklaven unserer Gelüste, wir können Schwachstellen überbrücken und so lernen, dass etwas gut ist, obwohl wir es selbst zeitweilig nicht mehr wollten.
Zur Liebe gehört ganz direkt das Vertrauen. Ich bin ein junger Christ, erst im Jahr 2000 aufgrund einer Beziehungskrise dazu gekommen. Aber was ich von Gott und Jesus Christus verstanden habe, ist: Wir alle können und sollen Gott vertrauen, mehr will er gar nicht, er will keine Heldentaten, keine lupenreinen Moralapostel, er will Vertrauen und Dankbarkeit, dass wir uns als seine Kinder sehen können, nicht auf einer Augenhöhe mit ihm, sondern von ihm geführt und beschützt. Ich weiß nicht, ob Sie auch in diese Richtung denken, das ist auch keine Voraussetzung für die Aufnahme Ihrer Kinder an unserer Schule. Aber auf das irdische Eltern-Kind-Verhältnis übertragen, sollten Sie so denken: Sie führen und schützen Ihre Kinder, auf eine direkte Weise zumindest bis zur Pubertät. Und wir, die Lehrer, tun das auch. Sie tun es primär, denn die Erziehung ist das vornehme Recht und die Pflicht der Eltern, aber dann kommen die Lehrer, vor allem bezogen auf das Lernen – wir führen das Lernen Ihrer Kinder -, aber nach Ihnen an zweiter Stelle auch in bezug auf die Charaktererziehung, denn gut lernen können Menschen nur, wenn sie dabei charakterliche Tugenden wie Respekt gegenüber den älteren Generationen, Pflichtbewusstsein, Ausdauer und Aufmerksamkeit ausbilden.
Können Sie mir vertrauen?
Wir werden zum Wohl Ihrer Kinder nur gut zusammenarbeiten, wenn wir uns gegenseitig vertrauen. Ich bin überzeugt, Ihre Kinder werden an unserer Schule weit überdurchschnittliche Lernerfolge erreichen, weil wir alle wie eine große Familie sind, weil Großherzigkeit in der Luft liegt. Das können wir uns aber nur leisten, das verkommt nicht zu einer Lari-fari-Stimmung, weil wir alle zusammen Wert auf Disziplin und das Bemühen legen, von dem ich vorhin gesprochen habe. Und Sie profitieren davon ja auch, die Erziehung in der Schule und in der Familie schaukeln sich gegenseitig positiv auf. Wenn wir gemeinsam den Wert vertreten: Erst die Pflicht und dann der Spaß, dann werden auch Sie zu Hause nicht mehr so kämpfen müssen, dann ist es selbstverständlich, dass erst die Haushaltspflichten erledigt werden, bevor das persönliche Vergnügen dran kommt. (Hausaufgaben können die Kinder, deren Eltern das wollen, ja schon in der Schule erledigen.)
Und Sie müssen da gar kein schlechtes Gewissen haben, von wegen: Ich beute meine Kinder aus. Das Verrückte ist, dass das Nützliche zugleich das erzieherisch Wertvolle ist: Du hast zuerst den Geschirrspüler auszuräumen, den Mülleimer raus zu bringen, das Papier im Container zu entsorgen, den Flur zu saugen – oder was immer festgelegt wurde – das entlastet die Mutter, sie ist entspannter, meckert weniger rum, hat dann mehr Zeit für dich, und es ist erzieherisch zugleich so wertvoll: Ich muss erst ordentlich zu Ende machen, was mir aufgetragen wurde, bevor ich mich dem zuwenden darf, was ich selbst gern will. Genau das müssen die Kinder im Unterricht lernen, und sie werden es lernen, wodurch wir uns gegenseitig bestärken und vor allem die Kinder stärken: Sie stehen vor anstrengenden Herausforderungen nicht bedeppert da, sondern sie haben immer wieder gelernt, aufschieben und ausweichen bringt nichts, ich muss es sowieso tun, dann pack’ ich’s doch gleich an. Und ich habe ja auch immer wieder erlebt, dass ich es schaffen werde mit Hilfe meiner Lehrer und Eltern, auch wenn es mir vorher schien wie ein riesengroßer Berg, über den ich nicht hinwegkomme.
Diese Haltung ist im Übrigen die Erklärung dafür, dass es in vorhergehenden Generationen viel weniger Erziehungsprobleme gab als heute und das obwohl damalige Eltern kaum ein Buch über Erziehung gelesen haben.
Regeln für die Schule,
über die wir uns einig werden müssen. Wir wollen hier klar und ehrlich sein: die Zustimmung der Eltern, nach Änderungen, die sich jetzt vielleicht aus der Diskussion ergeben, ist Vorraussetzung für die Aufnahme als Schüler.
Da verzichte ich lieber auf den einen oder anderen Schüler als dass wir uns hier nicht wirklich einig sind. Wir machen ein klares Angebot, Sie müssen überprüfen, ob Sie es annehmen wollen. Es gibt auch andere Schulkonzepte. Und das ist auch gut so – wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Unser fundamentaler Grundsatz jedenfalls ist: Die Interessen der ganzen Gemeinschaft kommen immer vor den speziellen Bedürfnissen des Einzelnen, aber gerade erst dadurch ist sie – die Gemeinschaft - in der Lage, jedem Einzelnen bei seiner persönlichen Entwicklung zu helfen - Halt, Orientierung und Inspiration zu geben.
Wir sind nicht irgendeine Schule, sondern eine besondere. Wer bei uns mitmacht, kann nicht den üblichen Zeitgeist erwarten. Wir gehen unserer Zeit nicht hinterher, sondern ihr voran, so wie das auch die Eltern und Lehrer mit den Kindern machen sollen. Und die sogenannten „alten Tugenden“, das zeigt uns ganz deutlich auch Barack Obama, der über jeden Zweifel erhaben ist, ein Reaktionär zu sein, nämlich: gutes Benehmen und Respekt, Fleiß und Pflichtbewusstsein, Aufmerksamkeit und Ausdauer und auch nicht zu vergessen: Patriotismus (die deutsche Flagge und die Fahne der Schule werden auf dem Dach des Gebäudes flattern), sind die Zukunft.
Wenn wir sichern, dass nur die Eltern ihre Kinder hier anmelden, die diese Erziehungsziele wirklich teilen, wobei wir alle wissen, es ist ein langer Weg dorthin - dann werden wir den Traum, von dem ich oben gesprochen habe, verwirklichen:
Wir schaffen das zusammen.
Wir sind eine große Familie
1. Wir gehen freundlich und respektvoll miteinander um. Bei Meinungsverschiedenheiten gehen wir immer davon aus, dass der andere Recht haben könnte. Das gilt für Lehrer, Schüler und Eltern. Die Kinder erweisen ihren Eltern und Lehrern die Ehre: Sie grüßen die Lehrer freundlich zuerst, diese antworten ebenso; die Schüler stehen auf, wenn der Lehrer in die Klasse kommt oder sie anspricht.
2. Wir können über alles reden und diskutieren. Der Lehrer entscheidet, ob dafür im Unterricht Platz ist oder ob dies nach dem Unterricht geschehen soll. Die Kinder gehorchen ihren Eltern und Lehrern.
3. Ist ein Schüler oder sind seine Eltern mit einer Anweisung oder Entscheidung eines Lehrers nicht einverstanden, kann er / können sie nach dem Unterricht jederzeit mit dem betreffenden Lehrer, dem Schulleiter oder seinem Vize reden. Die Eltern können den wöchentlichen pädagogischen Stammtisch besuchen oder auf andere Art unkompliziert Kontakt aufnehmen. Führt dies trotzdem zu keiner Lösung, haben Eltern oder Schüler das selbstverständliche Recht, den „Rat der Weisen“ anzurufen. Konflikte sind normal und die Konfliktklärung läuft in Ruhe ab, ohne dass der betroffene Schüler auch nur die geringsten Nachteile befürchten muss. Der „Rat der Weisen“ wird vom Schulleiter, seinem Vize oder dem Pfarrer der Gemeinde geleitet. (Dies sind sozusagen seine „ständigen“, nicht gewählten Mitglieder; jeweils zwei von diesen dreien nehmen an einer Sitzung des Rates teil.) Ihm gehören weiter ein Lehrer, ein Schüler und ein Elternteil an. Diese drei Personen werden geheim von allen Schulangehörigen (Lehrern, Schülern, Eltern) gewählt. Der Schüler selbst soll mit Hilfe seiner Eltern seine „Klage“ genau begründen, sie mit eigener Hand stichpunktartig formulieren, und dabei von vornherein die eigenen Anteile, die zum Konflikt geführt haben können, berücksichtigen. Die Form muss angemessen sein, aber Korrekturen im Text sind ohne Weiteres möglich, wenn sie ordentlich vorgenommen wurden. Der Rat trifft unter seinen fünf Mitgliedern eine Mehrheitsentscheidung. Sie ist endgültig. Die Tagungen des Rates sind in aller Regel öffentlich; jeder Schüler, Lehrer oder Elternteil, der das möchte, kann an ihnen als Zuschauer teilnehmen, sofern der Platz im Beratungsraum reicht.
4. Schüler, die sich auch nach mehrfachen Ermahnungen nicht an die Schulregeln halten, werden im Interesse des effektiven Lernens aller anderen Kinder aus dem Unterricht in das Zimmer des Schulleiters verwiesen. Sie schreiben dort die verletzte Regel aus dem Gedächtnis in einer ordentlichen Form auf, nachdem sie sich sie vorher beliebig lange durchlesen durften. Dann erhalten sie Gelegenheit, sich zu rechtfertigen (gegebenenfalls zunächst schriftlich), warum es ihnen nicht gelingt, sich an Regeln zu halten, die sie selbst mit beschlossen haben. In Abhängigkeit davon, wie ehrlich dieses Bemühen war, kann der Schulleiter, sein Vize oder der Pfarrer eine zusätzliche schriftliche Stellungnahme verlangen oder dass die betroffene Regel bis zu 10 Mal, gegebenenfalls verteilt auf mehrere Tage, nochmals aufgeschrieben werden muss. Den versäumten Unterricht, einschließlich der Hausaufgaben, haben die des Unterrichts verwiesenen Schüler am gleichen Nachmittag und eventuell an den folgenden Nachmittagen in der Schule nachzuholen. Die Eltern werden davon informiert und quittieren eventuell auferlegte Strafarbeiten (Regeln nochmals aufzuschreiben, schriftliche Stellungnahme) mit ihrer Unterschrift. Sie sorgen mit den Lehrern zusammen für eine angemessene Form, wobei Schreibfehler menschlich sind. Es kommt allein darauf an, sie ordentlich zu korrigieren.
Schwillt Ihnen jetzt vielleicht doch der Kamm, wenn Sie das hören/lesen? Vertrauen Sie mir immer noch oder haben Sie Angst, dass Sie Ihr Kind einer zu großen Lehrermacht ausliefern?
Bitte verstehen Sie mich:
Ich mag freche, vitale Kinder, die auch mal einen Schritt zu weit gehen – das ist einfach ihre junge, kindlich-„wilde“ Natur. Das ist dann gut, das können wir alle dann mögen, wenn ihr eine ebenso starke elterliche Kultur gegenübersteht, die kindlichen Sprunghaftigkeiten Rahmen und Halt gibt. Das braucht sich beides, das gehört zusammen: Junge, spontane Unbedarftheit und kluge Führung und Erziehung. Und sind die Eltern und Lehrer wirklich stark, können sie auch Ausnahmen zulassen, müssen sie nicht unentwegt erziehen; sie können es dann auch einfach mal laufen lassen, gerade weil sie die Kraft und die Macht haben, ein zeitweiliges Chaos schnell wieder in die Ordnung zurückzuführen.
Wir brauchen eine offensive pädagogische Position, und zwar gerade im Interesse Ihrer Kinder. Ihren Unarten hinterher zu laufen und sie nicht von vornherein entschlossen zu stoppen, macht alles nur noch schlimmer und schwerer. Wir brauchen für das Lernen eine klare Kultur, die wir auch durchsetzen. Die Erziehung und Bildung in Deutschland krankt nicht an zu wenigen Regeln, sondern an zu vielen, die jahrelang nicht durchgesetzt wurden.
Etwas Falsches einzurenken geht nicht langsam. Das muss kurz und entschlossen passieren, dann ist es viel weniger schmerzhaft als bei einer ewigen Herumeierei. Erziehung kann so leicht und beglückend für alle (Eltern, die Kinder selbst und Lehrer) sein, wenn sich die Eltern und Lehrer nur einig sind – im Großen und Ganzen, bei Kleinigkeiten wird es immer Meinungsverschiedenheiten geben. Allerdings zeigt sich das Große und Ganze oft gerade in den Kleinigkeiten des Alltags ( à Erziehungspartnerschaft), so dass wir auch hier unsere Fähigkeiten, uns gegenseitig zu verstehen und zu respektieren, über die Jahre entwickeln können und müssen. Das ist für die Kinder zugleich eine sehr gute Übung für den zukünftigen, beruflichen „Ernst des Lebens“.
Wir müssen und können miteinander reden, freundlich und zuhörend. Jetzt und ab Schulbeginn. Ich bin an jedem Tag, an dem ich in der Schule bin (vorläufig von Dienstag bis Donnerstag), nach dem Unterricht für Sie da.
Ich bin zuversichtlich, Optimist sowieso: Allein, wenn Sie heute Abend oder morgen Ihren Kindern über diese Regeln und unsere Konsequenz erzählen und ihnen sagen, dass Sie voll dahinter stehen wie auch wir hinter Ihnen – allein das ist schon so wohltuend, hilfreich und erleichternd. Es gibt uns gegenseitig einen enormen Rückhalt, sowohl für ein gutes Schulklima wie für ein gutes Familienklima. Ihre Kinder werden sich zwar ein wenig fürchten vor dem August, sie werden von vornherein Respekt haben vor einer solchen Schule und zugleich aber auch stolz darauf sein: „Ich habe starke Eltern und Lehrer, die verstehen Spaß, aber die können sich auch durchsetzen“. Die deutsche Sprache hat ein schönes Wort für diese Widersprüchlichkeit einer stolzen, positiven Furcht: „Ehrfurcht“. Sie fördert sehr das Lernen.
Ich freue mich auf Ihre Kinder, die mir von vornherein mit Respekt begegnen und mir so als sensiblem Menschen die Chance geben werden, mich zu entfalten, mich aus mir herauszutrauen als Mensch und Lehrer. So kann ich dann als eigentlich schüchterner Mensch die anderen schüchternen Menschen in der Klasse erst richtig beschützen. Die Sensiblen, egal ob Schüler oder Lehrer, brauchen den Vorschussrespekt der Lauten und „Wilden“, damit sie sich den konkreten, auf ihre Persönlichkeit bezogenen Respekt in Ruhe erarbeiten können.
Sie sehen, ich habe Visionen wie Barack Obama. Lassen Sie mich deswegen sagen wie er
Gott segne unsere Schule, die Paulus-Schule
Gott segne die Bundesrepublik Deutschland.
Norbert Westhof aus Radevormwald (NRW), Lehrer für Philosophie und Deutsch(e Literatur und Sprache), hat im März 2009 einen offenen Brief geschrieben ("40 Jahre danach. An alle Lehrer nicht nur Deutschlands"). Wir beide finden, dass wir uns in unseren Ansichten gegenseitig ergänzen.
Lesen Sie seinen Brief hier:
Zugleich empfehle ich auf seiner Internetseite sehr den "Bereich Textkommentierungen". Die dort wiedergegebenen und kommentierten Beiträge von Prof. Dr. Klaus Berger ("Aufbruch zu einer christlichen Kulturrevolution" und von Ricarda Huch (das Kapitel "Freiheit" aus ihrem Buch "Urphänomene", Zürich und Freiburg i. Breisgau 1946) halte ich für hochinteressant.
Letzte Aktualisierung: 04.05.2009